Babyschlaf

Babyschlaf: Alles schläft – nur ihr nicht! 10 Punkte, wie du erholter aufwachst.

Wie Du mit einem ständig aufwachenden Kind am Besten Deine Ressourcen schützt.

Nichts erschöpft mehr als Schlafentzug. Und wenn wir uns umhören, dann klagen Eltern vor allem über ihre Erschöpfung und chronischen Schlafmangel. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Dein Baby mit 2 Monaten nicht durchschläft, oder auch mit 18 Monaten noch alle 2 Stunden seine Milch einfordert. Die Müdigkeit erscheint allgegenwärtig.

Ich will doch nur schlafen...!

An Deine Augenringe hast Du Dich vielleicht schon gewöhnt. Möglicherweise funktionierst Du sogar richtig gut in diesem Trance Zustand.

Doch ist das Resignieren und Aushalten das Ziel? Gibt es nicht doch eine Möglichkeit, Dir wieder ruhigere Nächte und mehr Schlaf zu bescheren? Muss das nächtliche Stillen dazu reduziert und das Kind zum Durchschlafen bewegt werden?

Um es vorweg zu nehmen: Ja, es gibt diese Möglichkeiten. Doch das Abstillen gehört nicht dazu. Wenn Dein Kind aufwacht, dann liegt das weder an der Brust, noch an der Flasche. In der Schlafberatung kommt es auf den Tisch; Ihr seid um Mitternacht wach, um 2:00 Uhr, um 4:00 Uhr und dann im 30 min Takt bis zum Sonnenaufgang. Oder noch öfter. Oh ja, das schlaucht. Wir wissen genau, wie das ist.

Abstillen und dann schläft es durch?

Ich will doch einfach nur mal wieder schlafen!!!

Oh ja. Und wenn es doch nur so einfach wäre. „Auch mit Flasche sind wir immer noch schlaflos!“ kommentiert @nappy_nomad fröhlich unseren Schlaflos Post bei Instagram. Ja, so sieht es aus in den Schlafzimmern dieser Welt.

Wir dürfen uns fragen, worum es eigentlich geht. Um den ungestörten Schlaf von 22h – 6h? Oder um das Durschlafen des Babys? Wir alle sind auf einen Tag-Nacht-Rhythmus getaktet. Unsere Welt funktioniert so, im Wesentlichen arbeiten und erledigen wir tagsüber unseren Alltag, nachts schlafen wir. Und dann kommen unsere Babys und stellen das auf den Kopf. Das Durchschlafen wird herbeigesehnt, doch wusstest Du, dass die meisten Babys tatsächlich recht früh “durchschlafen”? Nämlich genau dann, wenn sie es selbständig von einer Schlafphase in die nächste schaffen. Das ist alles, und das kommt meistens unbemerkt. Das Überbrücken mehrerer Schlafphasen ist ein Entwicklungsschritt, den Du besser achtsam und bedürfnisorientiert begleitest.

Es gibt jede Menge Wissenswertes rund um den Babyschlaf, das wir bereits auf dem Blog veröffentlicht haben. Fakt ist, Dein Kind schläft dann durch und durchgehend, wenn es dazu bereit ist. Nicht früher und nicht später. Das antrainierte Durchschlafen, das Schreienlassen, das Ignorieren der kindlichen Bedürfnisse bringt Dich Deinem Ziel nicht näher. Im Gegenteil. Es schadet auf lange Sicht Eurem Kind, Euch selbst und Eurer Bindung.

Schlafen. Was bedeutet das eigentlich?

Um es vorweg zu nehmen: Ich hatte selbst keine Ahnung, wie das Schlafen funktioniert. Ich dachte, ich lege mich abends ins Bett, mache die Augen zu und wache morgens auf. So einfach. Irgendwann hörte ich dann mal von “Schlafphasen”, von REM-Phasen. Meine Vorstellung über das Gesamtkonstrukt blieb jedoch gleich. Einschlafen und nichts mitkriegen bis zum nächsten Morgen.

Doch dann ließ ich meinen Schlaf analysieren. Und war maximal überrascht. Die Diagramme, die ich bekam, ähnelten meiner Wehenkurve! Hoch und runter ging es da. Selbst mein eigener erwachsener Körper schaffte es also nicht, “durchszuschlafen”! Mehrere Tiefschlafphasen wurden unterbrochen durch leichtere Schlafphasen und auch Wachphasen. Ich starrte geschockt auf die Bilanz der letzten 7 Stunden. Da stand es – ganze 2-3 Mal war ich durchschnittlich wach! Ich konnte mich nicht erinnern. Doch mir war auch klar, dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits 35 Jahre Schlaferfahrung hatte und sehr gut wusste, dass um mich herum alles in Ordnung ist. Gefahren, Unsicherheiten oder Sonstiges bedrohen mich nicht, so dass mein Körper und Geist aus diesen kurzen Wachphasen wieder wunderbar in die nächste Schlafphase gleiten können. Ein Vertrauen, das Babys erst aufbauen dürfen, das wir uns erst verdienen müssen.

Ein erhellendes Erlebnis. Ich verstand endlich was es bedeutet, zu schlafen. Ich bewältigte meinen Frust über das nächtliche Aufwachen und lernte mehr darüber. Ich bildete mich fort und lernte, wie Schlaf funktioniert. Und was es braucht, um gut zu schlafen.

Mittlerweile gibt es übrigens einfache Schlafanalyseprogramme, wie Sleep Circle oder Sleep Better, sogar schon als App fürs Handy.

Wir haben einen Rhythmus…wir hatten einen Rhythmus.

Irgendwas ist immer. Gerade, wenn man denkt: Geschafft!, kommt etwas. Ein Zahn, eine Erkältung, Aufregung, eine neue Umgebung. Irgendwie ist nichts wirklich vorhersehbar und egal, wie gut man einen Schlaf plant – das Kind hat dann andere Bedürfnisse. Unzählige Male ist mir mein Kind zu untypischsten Uhrzeiten an den unpassendsten Orten eingeschlafen. Besonders mühsam sind solche Unregelmäßigkeiten, wenn wir darauf nicht eingestellt sind und inmitten des Chaos einfach funktionieren.

Alles schläft. Nur Ihr nicht.

Dein 10 Punkte Plan – und wie Du garantiert erholter aufwachst.

  1. Nähe. Je näher Dein Baby bei Dir liegt, umso leichter kannst Du es erreichen. Du wirst dadurch tatsächlich seltener aus dem Tiefschlaf gerissen, denn Eure Schlafphasen passen sich einander an. Sobald Dein Baby aus einer Tiefschlafphase erwacht, kommst auch Du langsam zu Dir. Außerdem verringert sich durch die Nähe Deine Reaktionszeit. Dein Baby hat die Sicherheit Deiner Anwesenheit. Es beruhigt sich schneller wieder und schläft wieder ein. Die Challenge: Stelle einen neuen Rekord im Anlegen auf! In wie vielen Millisekunden schafft es Deine Brust heute Nacht in den Mund Deines Babys?
  2. Digital Detox. Weg mit Uhren, Handys und Weckern, denn wenn die Dinger neben Dir liegen, schaust Du drauf. Nicht nur das blaue Licht weckt Dich unnötig, auch Deine Gedanken springen an. Dabei ist es völlig egal, ob Du erst 30 min geschlafen hast, oder schon bald wieder aufstehen musst. Lass Raum und Zeit einfach mal links liegen. Je weniger Du Deinen Verstand aktivierst, desto entspannter gelingt das Stillen nach Bedarf – auch nachts.
  3. Heute stillen wir taktisch! Du stillst und Dein Baby schläft ein? Keine Stunde später läuft die Windel über, Du musst selbst dringend aufs Klo und Dein Handyakku ist leer? Böse Anfängerfehler. Bereite Deinen Stillplatz gut vor. Geh selbst vor oder während des Stillens nochmal auf Klo und wechsle die Windel Deines Babys in einer kurzen Stillpause. Die kleine Unterbrechung hilft auch, dass Dein Kind beide Seiten gut leer trinkt.
  4. Prioritäten. Das bisschen Haushalt? Jetzt nicht! Und auch nicht gleich. Je kleiner Dein Baby ist, umso regelmäßiger schläfst und ruhst Du mit ihm gemeinsam. Keine Ausreden! Sondern Zeit, frühzeitig die richtigen Prioritäten zu erlernen.
  5. Dein Clan. Anstatt Deine Freundinnen zum Kaffeetrinken einzuladen, dürfen sie Dich nun unterstützen. Sei es, dass sie auf Dein frisch gestilltes Baby aufpassen, während Du kurz schläfst, oder dass sie Dir ein warmes Essen vorbeibringen. Wir brauchen Unterstützung in unserem Leben als Eltern.
  6. Ab nach draußen! Auch wenn Du gar keine Lust oder Energie hast – geh raus. Das Licht tut Dir gut, boostet Euer Melatonin Level und sanfte Bewegung an der frischen Luft verbessert Euren Schlaf. Also raff Dich auf! Egal bei welchem Wetter. Einen interessanten und lesenswerten Beitrag von der wunderbaren Sina Willmann findest Du hier.
  7. Mit Fakten gegen den Frust: Babys beginnen erst mit etwa 2 Monaten, einen Tag-Nacht-Rhythmus zu entwickeln. Versorge Dich mit allen Fakten zum Babyschlaf, denn gut informiert fällt Dir der Umgang mit Eurem Schlaf leichter.
  8. Ohmmmmmm. Einatmen, ausatmen, wiederholen. Dein Baby braucht im Moment Deine Milch und Deine Nähe. Sei Dir sicher, dass es leichter wird. So ungefähr mit 3 Monaten. Oder später. Irgendwann auf jeden Fall. Sei Dir sicher, dass Dein Kind irgendwann wirklich und ganz ehrlich die ganze Nacht durchschlafen wird. Ohne Einschlafstillen, ohne nächtliches Schreien, ohne Aufwachnuckeln. Und das passiert auch ganz sicher bevor Dein Kind sein Bett nicht mehr mit Dir, sondern seinem Partner teilt. Versprochen.
  9. Fake it until you make it! Leiden kann jede. Bringen wir es auch den Punkt: Die Müdigkeit, die gibt es zum Kind dazu. Das ist einfach so und alle Eltern erleben sie. Du kannst das akzeptieren, darüber lachen und das Beste daraus machen, oder Du kannst leiden. Wird es dadurch besser? Nein! Denn dann kriegst Du zu den Augenringen auch noch graue Haare und Falten. Wofür? Also, raff Dich auf und schenk Deinem Baby ein Lächeln. Auch um 2:00 Uhr morgens. Und lass Dich gar nicht erst auf die Jammerrunden im Rückbildungsyoga ein.
  10. Du zählst. Wie schaffst Du es, nicht zu kurz zu kommen? Schreib uns doch Deinen Tipp in die Kommentare und hilf damit anderen Mamas, diese Phase leichter zu bewältigen. Danke!
Genieß die Zeit, wenn nur Ihr wach seid.
Alles Liebe, Deine Stillakademie
In Liebe gestillt.
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