Richtiges Stillen

Die Milch macht’s!

2 Kommentare

Was Deine Muttermilch noch alles kann.

Ob Du pumpst oder auslaufende Milch mit Auffangschalen auffängst, überschüssige frische Muttermilch sollte unbedingt eingefroren werden. Sie hält sich bis zu sechs Monate im Gefrierschrank und kann zum Kochen der Beikost oder zum Anrühren von Brei verwendet werden. Zum Aufbewahren eignen sich Eiswürfelbehälter oder -beutel ebenso gut wie Muttermilchbeutel oder Aufbewahrungsdosen. Doch auch Reste aus Flaschen mit abgepumpter Muttermilch, die Dein Baby nur teilweise getrunken hat, brauchst Du nicht wegschütten. Das flüssige Gold ist ein Allround-Talent. Wir zeigen Dir, was Deine Milch alles kann. Und was Du damit machst, das bleibt ganz Dir überlassen.

Muttermilch kann heilen

  • Augen: Bei verklebten oder gereizten Augen, selbst bei Infektionen, helfen ein paar Tropfen Muttermilch. Entweder während des Stillens reinträufeln, oder mit einer sterilen Kompresse auffangen und auf die Augenfalte streichen. Auch ein verengter Tränenkanal lässt sich damit gut behandeln. Bei Heuschnupfen lindert Muttermilch den Juckreiz und hemmt die Augenreizung.
  • Badezusatz: Ein paar Milliliter Muttermilch gehören in jedes Babybadewasser. Sie macht die Haut wunderbar zart und die Haare duftend weich.
  • Sitzbad: Bei einem wunden, pickeligen oder gereizten Babypo oder bei Verstopfungen und Harnwegsproblemen eignen sich Sitzbäder in Muttermilch. Eine wunderbare Möglichkeit, Reste bereits aufgetauter Muttermilch zu verwenden.
  • Haut: Bei Neugeborenen-Akne oder auch Neurodermitis, Ekzemen oder sonstigen Hautproblemen eignet sich die Reinigung mit klarem Wasser und anschließend das Einreiben mit reiner Muttermilch sehr gut um Linderung zu verschaffen. Muttermilch soll eine ähnliche Wirkung haben wie eine leichte Hydrocortison-Creme.
  • Creme: Aus Muttermilch lässt sich auch daheim eine heilsame Creme herstellen.
  • Brustwarzen: Wunde oder rissige Brustwarzen erholen sich schneller, wenn Du nach dem Stillen ein wenig Muttermilch auf die Brustwaren gibst und trocknen lässt.
  • Wunden: Kleine Kratzer oder auch Schnittwunden heilen schneller, wenn Du sie mit Muttermilch reinigt und anschließend Muttermilch auf der Wunde trocknen lässt. Das gilt auch für kleine Schrammen, die Du mitunter durch Dein Baby beim Stillen abbekommst.
  • Schmerzen und Leid: Das Stillen beruhigt Dein Baby, Deine Muttermilch lindert seine Schmerzen und heilt seine Seele.
  • Magen-Darm: Bei Durchfall und Erbrechen hilft Muttermilch gestillten Kinder unmittelbar, doch auch ältere Kinder können einen Brei aus zerdrücktem Zwieback und Muttermilch essen und so wertvolle Mineralstoffe und Immunabwehr auftanken.
  • Zähne: Bei Zahnungsschmerzen hilft es, einen Schnuller in ein mit Muttermilch gefülltes Eiswürfelbehälter zu geben und einfrieren zu lassen. Der Muttermilchschnuller ist eine ausgezeichnete Zahnungshilfe. Denkt bitte daran, ihn zu entfernen, sobald das Muttermilcheis heruntergelutscht ist.
  • Insektenstiche: Bei Wespen- und Mückenstiche, Ameisen-, Zecken- und Insektenbisse konsultierst Du bitte einen Arzt, wenn Du einen untypischen Verlauf bemerkt. Als Sofortmaßnahme bietet sich jedoch auch die Behandlung mit Muttermilch an. Dazu wird sie einfach auf den Stich/Biss aufgetragen und leicht eingetupft. Muttermilch wirkt hier antiseptische und lindert Schmerzen und Juckreiz sofort.
Muttermilch hat eine entzündungshemmende Wirkung.
  • Ohrinfektionen: Bei Ohrenschmerzen wird ebenfalls ein wenig Muttermilch in das entzündete oder schmerzende Ohr geträufelt. In der Regel wirkt die Behandlung innerhalb von spätestens 48 Stunden entzündungslindernd.
  • Nase: Verstopften Nasen hilft Muttermilch. Sie wirkt auf sanfte Weise abschwellend.
  • Mund-/Hals-/Rachenentzündungen: Bei Halsschmerzen hilft Muttermilch ebenso. Selbst größere Kinder oder Erwachsene können ein Glas Muttermilch trinken, um Halsentzündungen zu lindern. Wenn Kinder die Hand-Mund-Fuß Krankheit haben und wegen der Entzündungen im Mundraum nicht stillen können, hilft es, Ihnen abgepumpte Milch zu trinken zu geben. Das gleiche gilt nach Mandel- oder Polypenoperationen oder nach zahnärztlichen Eingriffen.
  • Zähne: Muttermilch wirkt anti-kariogen. Sehr lesenswert zu dem Thema ist die Facharbeit „Muttermilch und frühkindliche Karies“ von Kathrin Veronika Plattner
  • Windpocken: Muttermilch lindert den Juckreiz und lässt, sanft äußerlich angewendet, die Bläschen schneller abheilen.
  • Sonnenbrand: Muttermilch wird bei Sonnenbrand auf die Rötungen aufgetragen. Sie kühlt und beruhigt die Haut unmittelbar.
  • Warzen und Ekzeme: Auch diese können wunderbar mit in Muttermilch getränkten Wattebäuschen behandelt werden. Die Milch trocknet sie bei regelmäßiger Anwendung zuverlässig aus.
  • Immunabwehr: In vielen Teilen der Welt gilt Muttermilch als Lebenselixier und so werden auch Erwachsene nicht selten mit Kolostrum und Muttermilch behandelt, wenn ihnen Krankheiten wie u.a. Krebs oder Morbus Crohn diagnostiziert werden. Die Gewinnung und Erfolgsquoten von Kolostrum und Muttermilch zum Zwecke der Erwachsenenbehandlung sind hoch umstritten. Doch manch stillende Familie setzt Muttermilch für alle Familienmitglieder als Immunitätsverstärker ein.
  • Globuli: Nicht nur aus der Plazenta, sondern auch aus Muttermilch lassen sich Globuli herstellen. Muttermilchglobuli sollen insbesondere nach traumatischen Geburten helfen. Mehr Informationen bekommst Du in Deiner Apotheke.

Muttermilch kann man essen

  • Brei: Jeder Brei lässt sich, anstatt mit Wasser oder Kuhmilch, auch mit Muttermilch anrühren. Doch auch für die breifreie Kost kannst Du Muttermilch verwenden. Wann immer Dein Baby bereit ist für die Beikost.
  • Brot: Aus Muttermilchresten lassen sich leckere Hefeweckchen backen.

    Dazu werden 600 gr. Kokosmehl oder Dinkel Vollkornmehl mit 1 EL Trockenhefe vermischt und 150ml warme Muttermilch und 150ml warmes Wasser (oder ausschließlich Muttermilch) untergerührt. 1/2 Stunde gehen lassen, dann eine zerdrückte Banane und 1 EL Hefeflocken unterheben. Zu Weckchen oder kleinen Brötchen formen. Bei 180 Grad etwa 15min im Ofen backen (Stäbchenprobe).

  • Eis: Muttermilch lässt sich pur, oder mit pürierten Früchten gut zu Eis und Popsicles einfrieren. Ein gesunder Snack und eine willkommene Zahnungshilfe (bei Fruchteis bitte die Beikostreife beachten)
  • Käse: Ja, auch aus Muttermilch lässt sich Käse herstellen. Ein veganes Rezept findest Du hier. Schlagzeilen mit diesem Thema machte Daniel Angerer, ein Koch, der eine nicht-vegan Version eines Muttermilchkäserezepts auf seinem Blog veröffentlichte.
  • Süßspeisen: Grießbrei, Vanillesoße aus Muttermilch mit frischer roter Grütze oder auch ein Abendbrei sind beliebte und gesunde Leckereien für Dein Kind.

Mit Muttermilch kannst Du Dich schmücken

  • Schmuck: Als schöne Erinnerung an die Stillzeit eignet sich Schmuck aus Muttermilch. Die Möglichkeiten sind unendlich – ob Ring, Anhänger, Charm oder Ohrring – es gibt zahlreiche Anbieter mit Onlineshops oder individuelle Dienstleister auf Dawanda.

Muttermilch macht Dein Baby und Dich noch schöner

  • Energiepeeling: Muttermilch mit ein wenig Kaffeesatz aus dem Kaffeefilter vermischen und sanft in kreisenden Bewegungen den Körper abrubbeln. Wenn Du noch etwas Kokos- oder Jojobaöl untermischst, wird Deine Haut seidig glatt.
  • Gesicht: Statt mit Feuchttüchern, lassen sich Babygesichter und Mamas Augen auch sehr gut und schonend mit Muttermilch reinigen.
  • Gesichtspeeling: Eine 1/2 Tasse Kaffeesatz aus Deinem Kaffeefilter, 1/2 Tasse Kakaopulver und eine Tasse Muttermilch, und Du hast ein fantastisches Gesichtspeeling hergestellt. Vermische alle Zutaten, bis eine cremige Paste entsteht. 1 EL Kokosöl unterrühren und auf das saubere Gesicht auftragen. Nach etwa 10 min mit klarem Wasser abspülen.
  • Kontaktlinsen: Muttermilch einigt sich sogar zur Reinigung von Kontaktlinsen.
  • Seife: Eine hautschonende und feuchtigkeitsspendende Reinigung der Haut ist mit der Muttermilchseife möglich. Sie lässt sich, ebenso wie Milchseifen, selbst herstellen.
  • Windelwechsel: Eine mit Muttermilch getränkte Ecke der Mullwindel reinigt den Windelbereich sanft.
  • Akne: Teenagerhaut kann ebenfalls mit Muttermilch behandelt werden. Auf einem Wattebausch oder Kosmetikpad werden Muttermilch und Kokosöl vermischt und die Akne damit sanft betupft.
  • Milchschorf: Babys Kopfhaut tut Muttermilch besonders gut. Einfach ein paar Spritzer Muttermilch sanft in die Kopfhaut eintupfen.
  • Creme: Zur Hautpflege bietet sich diese wunderbare und selbst hergestellte Muttermilchcreme an.
  • Augen: gegen geschwollene, müde oder rote Augen helfen kühle, in Muttermilch getränkte Wattebäusche.
Hättest Du gedacht, dass Deine Muttermilch so vielseitig ist? Wir dürfen unsere Körper wirklich feiern, dass sie dieses Wundermittel produzieren.

Was kann Eure Milch? Welche alternativen Anwendungsmöglichkeiten haben sich bei Euch bewährt? Wir freuen uns auf Eure Kommentare und Ideen.

Alles Liebe, Deine Stillakademie
In Liebe gestillt.
, , , , , ,

Ähnliche Beiträge

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Schmuck aus Muttermilch – davon habe ich wirklich noch nie gehört! Toll, dass auch solche verrückten Ideen es in deinen Beitrag geschafft haben.

    Was mir noch zur Muttermilch einfällt ist das Lactoferrin. Lactoferrin ist ein eisenbindendes Protein. Das entzieht den Bakterien und Viren das lebenswichtige Eisen, so sterben diese ab. Damit ist Lactoferrin eines der stärksten, natürlichen Antibiotika. UND, wir können es im Körper selber herstellen. Durch Armtraining (Liegestütze, Hanteltraining, Klimmzüge) bis zur Erschöpfung (!) wird Lactoferrin vom Körper gebildet. Jedoch nur in der Kombination, Armtraining und bis zur Erschöpfung.

    Na dann mal ab in die Liegestützposition und los!

    bewegte Grüße,
    Sina

    Antworten
    • Christina Huegelmann
      1. Februar 2017 6:44

      Wird gemacht, liebe Sina! Das ist ja ein spannender Hinweis, danke! Unsere Körper sind wirklich wundervoll. Viel Spaß beim Training wünsche ich Dir! Mütter dürfen es natürlich erstmal langsamer angehen, wenn sie kürzlich entbunden haben. Und es stimmt, nach und nach die Intensität des Trainings zu steigern tut allen gut.
      Liebe Grüße
      Christina

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü