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Liebeserklärung an die Brust

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Foto: Wolfgang Clemenz, Zypern

Liebeserklärung an die Brust – 10 Gründe, warum sie einfach wundervoll ist!

Es gibt sie in groß, in klein, in hängend, prall, in hell und dunkel und mit großen und mit kleinen Brustwarzen.

Sie wird herbeigesehnt, stolz gezeigt oder in der Pubertät erstmal verschämt versteckt. Denn kaum etwas ist ein deutlicheres Zeichen, dass ein Mädchen zur Frau wird, als das Wachsen der Brüste.

Doch Brüste werden in unserer Gesellschaft nicht als Wahrzeichen der Mütterlichkeit oder Weiblichkeit angesehen, sondern früh sexualisiert. Brüste sind sexy. Daran besteht kein Zweifel, wenn man sich in Mode, Werbung und Filmen umschaut. Überall und völlig offen wird die weibliche Oberweite betont und zur Schau gestellt mit dem eindeutigen Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen und Männern zu gefallen. Derart interpretiert verwundert es nicht weiter, dass Brüste überall gerne und möglichst freizügig gesehen sind – nur nicht im Mund eines Babys.

Wie kann das Bedürfnis eines Babys nach der mütterlichen Brust als unnatürlich angesehen werden, und männliches Verlangen nach dem Busen als normal?

Interessanterweise handelt es sich dabei um ein Phänomen der westlichen Welt. In den meisten anderen Kulturen gelten die Schönheit des Gesichts und der Hüften einer Frau als Kriterien der Attraktivität. Brüste haben keine sexuelle Bedeutung. Die Studie “Breastfeeding: Biocultural Perspectives” (S. 180) belegte bereits im Jahre 1950, das von 190 betrachteten Kulturen nur 13 die weibliche Brust überhaupt sexualisiert betrachten und gesellschaftlich tabuisiert haben.

Allen voran westliche Kulturen. Daran hat sich bis heute nichts geändert und viele Mädchen und Frauen wachsen mit diesem ambivalenten Bild der Weiblichkeit auf.

Nicht nur ist der weibliche Körper starken Idealen unterworfen, seine Fortpflanzungsfähigkeit wird offen abgelehnt und negiert. Junge Mädchen erleben keinen Clan mehr, sie wachsen nicht unter Frauen jeden Alters auf, sondern müssen sich in altersgleichen Gruppierungen beweisen. Statt die Pubertät und das Einsetzen der Menstruation zu feiern, erfolgt das Gegenteil. Sobald Mädchen in die Pubertät kommen, wird mit Verhütungsmitteln die Fortpflanzung unterdrückt. Gleichzeitig werden jedoch schon Teenagerkörper in Musikvideos, Mode, Filmen und Werbung offenkundig aufreizend dargeboten. Das Frau-sein als Sexgöttin wird als erstrebenswert vorgelebt, die Frau als Trägerin der Gebärmutter taucht nicht auf. Babys gelten als Karrierekiller, die es lange zu verhindern und später gut zu planen gilt. Doch auch dann leben Mütter meist isoliert in Kleinstfamilien. Sie streben nach einem sexuell anziehenden Körper. Sie erleben Mütterlichkeit nicht als erstrebenswert und heilig, sondern als abstoßend, hinderlich und gesellschaftlich nicht erwünscht. Sie erkennen ihre Körper nicht als göttlich und lebensspendend an. Sie wissen nicht, was ihr Beckenboden ist, bis sie im Geburtsvorbereitungskurs davon hören. Milchpulver, Flaschen und sauberes Trinkwasser stehen immer zur Verfügung. Die Flaschenernährung scheint eine unkomizierte und trendige Alternative zur Muttermilch zu sein. Doch selbst stillende Mütter stehen nicht selten zu wenig mit sich selbst im Kontakt und spüren den Milchspendereflex mitunter gar nicht. Unsere Welt ist auch mit Baby oft von Anfang an eng durchgetaktet.


Wenn die Mutterschaft keinen Wert mehr hat, ist das nicht nur unnatürlich, evolutionär falsch und ungesund für Mutter und Kind, es ist über die Maßen schade.

Es ist so schade, wenn Frauen keine Frauen sein wollen. Es ist so schade, wenn sie nicht stillen, obwohl sie es könnten und wollen würden, wären sie besser informiert und begleitet. Es ist schade, wenn Brüste übersexualisiert werden und ihre Bestimmung dabei verloren geht. Die Tatsache, dass die Berührung der Brust sexuell stimulieren kann, macht den Busen dieser Frau zu ihrer erogenen Zone. Aber nicht und schon gar nicht generell zu Sexobjekten.

Dickmadam von Marion Hüsgen, Foto: Vera Weinert-Pflugbeil

Das Stillen ist leicht, unkompliziert, gut für Eure Gesundheit und die Rückbildung, gut für die Bindung und verbessert den Schlaf. Unsere Brüste sind genau dafür gemacht. Zur Ernährung, zum Säugen unserer Kinder. Deshalb haben unsere Brüste Milchgänge, Drüsengewebe und Brustwarzen.

10 Gründe, warum unsere Brüste der Hammer sind

  1. Brüste sind ein anatomisches Wunder.
  2. Sie schaffen es, einfach so dieses flüssige und unbezahlbare Gold zu produzieren!
  3. Sie produzieren auch in Mangelzeiten lebensspendende Säuglingsnahrung.
  4. Brüste retten Leben.
  5. Unsere Brüste, egal ob groß oder klein, stecken voller Milchgänge, die verzweigt sind wie Baumwurzeln. Beim Stillen wächst der Baum des Lebens in Dein Baby hinein – und sät ewige Liebe und Bindung.
  6. Die Milch aus der Brust gibt es nur in Verbindung mit vielen liebevollen Kuscheleinheiten.
  7. Unsere Brüste können Milch für 1 Baby produzieren. Und für 4. Oder mehr.
  8. Unsere Brüste liefern dem Baby maßgeschneiderte Nahrung. Immer und überall.
  9. Brüste bleiben schön, auch jahrelanges Stillen verändert weder ihre Form, noch ihre Straffheit. Das passiert einzig durch die Schwangerschaft. Und unsere Reife.
  10. Brüste sind die schönste Verpackung für Milch, die es gibt.
Das Stillen fühlt sich gut an. Es ist ein wundervoller, vertrauensvoller und geborgener Weg der Kommunikation zwischen Mutter und Kind. Und es ist die Bestimmung Deines Busens. Genieße ihn.
Alles Liebe, Deine Stillakademie
In Liebe gestillt.
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5 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Eine Liebeserklärung an die Brüste! Ganz wunderbar! In vielen Kulturen wird sehr natürlich mit Brüsten und dem Stillen umgegangen. Ich hatte ebenfalls in der Stillzeit mit öffentlichem Stillen nur positive Erfahrungen gemacht, was uns beiden sehr gut getan hat.

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    • Christina Huegelmann
      23. April 2017 18:45

      Danke liebe Janine! Oh ja – die kulturellen Unterschiede sind frappierend. Wie wunderbar, dass Deine Erfahrungen auch so positiv sind <3

      Antworten
  • Vielen Dank für diesen Artikel! So viele Frauen – und natürlich Männer – in unserer westlichen Gesellschaft sollten wissen, dass Brüste in anderen Kulturen nicht sexualisiert werden. Dann würden wir sicherlich einen viel natürlicheren Zugang zum Stillen finden und all den teilweise unangenehmen Erfahrungen mit der Öffentlichkeit entgehen. Unsere Brust und das Stillen ist völlig normal, natürlich, schlicht naturgegeben – vielen Dank für Deine schönen Wort.
    Lieber Gruss, Sabine

    Antworten
  • So ein schöner Artikel, den jede Frau lesen sollte. Ich liebe meine Brüste. Sie haben vier Kinder wachsen lassen und ihnen Trost gespendet und sind immer noch schön. Danke für deine Worte.

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  • Die Idee und Artikel sind top! Gefällt mir wirklich gut!

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