Reisen

Mit Stillbaby in Thailand – Fremde Kultur, ungewohntes Essen

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Über das Leben und Stillen zwischen den Kulturen schreibt im heutigen Gastartikel Victoria von Nesting Nomads.

Chris und ich haben uns schon vor Liams Geburt in einen Ort im Norden Thailands verliebt und wir verbringen jedes Jahr so viel Zeit wie möglich dort.

Ich bin außerdem eine von den Müttern, die vor der Geburt ihres Kindes ziemlich genaue Vorstellungen hatte, wie das Leben mit Kind dann ablaufen wird. Ich plante so ca. sechs Monate zu stillen, klare Ansagen an das Kind zu machen, etc.

Fremde Kinder hatte ich bisher immer „gut im Griff“, das würde mit dem eigenen Kind dann auch nicht anders werden?

Mit der Geburt von Liam hat sich mein Leben diesbezüglich fast um 180 Grad gedreht. Ich lernte Dinge kennen wie Attachement Parenting, Unschooling und das Stillen nach Bedarf. So war es dann wohl keine Überraschung mehr, dass aus den geplanten sechs Monaten dann am Ende zwanzig (!!!) Monate Stillzeit wurden.

Nach der Beikosteinführung zurück zum vollgestillten Kind – Thailand macht es möglich

Als unser Sohn Liam 13 Monate alt war sind wir das erste Mal mit ihm verreist. Für uns standen 7 Monate in Thailand an. Wir waren zwar als Paar reiseerprobt, aber mit dem ersten Kind ist das natürlich erstmal sehr aufregend. Ich hätte vor unserem Flug eigentlich ziemlich einfach abstillen können. Allerdings haben Chris und ich uns damals dagegen entschieden. Das ungewohnte Essen, ein heißes Klima und neue Bakterien, da wollten wir die Sicherheit haben immer eine schnelle Lösung, die Brust, parat zu haben.

Obwohl Liam zu diesem Zeitpunkt auch schon gegessen hatte und durchaus auch einige Stunden ohne mich auskam, hatte ich dann aber ab dem Tag der Landung in Thailand wieder ein vollgestilltes Kind.

Dies führte dann zwangsläufig zu einigem Stress. Unser Kind war immer schon sehr groß und schwer und auch mit 13 Monaten ziemlich hungrig. Er gedieh zwar weiterhin prächtig, allerdings wurde ich immer schmaler und unzufriedener. Rückblickend ist dies die einzige Zeit, in der ich ein Stillkind als wirklich körperlich anstrengend empfunden habe.

Allerdings muss ich dazu sagen, wir haben es im Prinzip nicht anders gewollt. Unsere Unsicherheit hat sich auf Liam übertragen und er hat dann den einzig logischen Schritt vollzogen. Lieber wieder ganz bei der Mama sein.

Als wir nach 4 Wochen Inselleben in den Norden gefahren sind, war für uns von Erholung noch keine Rede gewesen. Erst als wir in unserer gewohnten Umgebung waren und uns entspannten, hat auch Liam wieder seinen Appetit auf Essen wiedergefunden und wir konnten wieder einen normalen Rhythmus aufnehmen.

Stillen in Thailand: Alles ganz normal

Von diesem schwierigen Abschnitt abgesehen, bin ich der Meinung mit einem Stillkind ist es ziemlich leicht zu Reisen. Selbstverständlich geht es auch mit einem Flaschenkind. Für uns war es jedoch einfach eine Weiterführung des normalen Zustands. Nun war Liam zu diesem Zeitpunkt ja kein kleines Baby mehr, wir können uns aber gut vorstellen auch schon mit einem jüngeren Stillkind zu verreisen. Vor allem in asiatischen Ländern wird man mit Kindern im Gepäck sofort mit offenen Armen empfangen. Es herrscht einfach eine wahnsinnige Kinderliebe, die man täglich spürt und die einem das Reisen sehr erleichtert. Das angenehme an Thailand ist, dass man sich als stillende Frau so gar nicht verstecken muss. Das soll ja in anderen Ländern anders sein. Und auch aus Deutschland habe ich schon von Müttern gehört, dass diese immer wieder blöd angeredet wurden, wenn sie in der Öffentlichkeit stillten. Ich habe das in München zum Glück nicht erlebt und ich habe damals immer und überall gestillt. Vielleicht war es ja Glück oder einfach der richtige Zeitpunkt.

Mit der gleichen Einstellung bin ich dann auch nach Thailand gefahren. Außerdem habe ich schon viele Freunde in den Jahren zuvor dort ihre Kinder ganz selbstverständlich stillen sehen. Viele Mütter stillen in Thailand, auch in der Öffentlichkeit, eigentlich überall. Ja auch hier ist man darauf bedacht etwas Privatsphäre dabei zu haben, wobei das wohl vorwiegend mit dem Schamempfinden der Mütter zu tun hat. In sieben Monaten Stillzeit in Thailand hat mich nicht einmal jemand schief angesehen oder angeredet. Das Stillen wird hier als etwas ganz Natürliches angesehen.

Ob man nun in Thailand wohnt oder es nur bereist bzw. Urlaub macht, als stillende Mutter kann man ganz entspannt sein. Es wird sicherlich niemanden geben der etwas Negatives äußert oder in der Art reagiert.

Wir danken Victoria von den Thailand-Experten Nesting Nomads sehr für diesen umfassenden und informativen Beitrag. Victoria lebt mit ihrem Mann Chris und dem gemeinsamen Sohn Liam ein Leben zwischen Deutschland und Thailand. Auf ihrem Blog Nesting Nomads berichten sie über ihr schulfreies Leben in Thailand, Deutschland und im Rest der Welt. Nicht nur wir weltreisende Familien stehen ja immer mal wieder vor der Frage, ob und wie das Stillen in den von uns besuchten Ländern gelebt wird. Diese Informationen braucht auch jeder Urlauber. Besucht die Drei doch auch auf Instagram und Pinterest. Ihre Fotos sind unglaublich schön und laden zum Träumen ein. Für Euren persönlichen Thailand-Urlaub empfehlen wir gerne das fundierte und individuelle Coaching von Victoria und Chris zu allen Themen rund um Eure Reise in das Land des Lächelns.

Fakten und Rechtslage zum Stillen in Thailand

Abschließend noch ein paar Worte zur Gesetzgebung: Die Kultur in Thailand ist generell zurückhaltend und höflich, allzu offensives Auftreten fällt unangenehm auf. Das Stillen in der Öffentlichkeit ist nicht untersagt. Doch aus Respekt ist eine gewisse Diskretion angebracht. Das Stillen gewinnt in Thailand weiter an Bedeutung, nicht zuletzt durch die Initiative der babyfreundlichen Krankenhäuser, so dass auch in den Städten wieder mehr gestillt wird. Viele Still-Räume stehen zur Verfügung. Diese sollen die Mütter nicht ausschließen, sondern ihnen Diskretion gewähren.

Alles Liebe, Deine Stillakademie
In Liebe gestillt.
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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ich habe auch in Thailand gestillt und habe es genauso wahrgenommen: keine schiefen Blicke, nur Rücksicht und Freundlichkeit. Ich habe mich auch mit recht großem, fast zweijährigem Stillkind an der Brust noch sehr wohl gefühlt. Das war für mich viel entspannter, als das Stillen in Deutschland.

    Antworten
    • Christina Huegelmann
      23. April 2017 18:36

      Das ist eine tolle Erfahrung liebe Josi! Und ich freue mich so mit Euch, dass auch das Kleinkindstillen nur wohlwollende Reaktionen ausgelöst hat. Thailand haben wir als extrem kinderfreundlich und vor allem auch still-tolerant erlebt. Klasse, dass Ihr hier Eure Erfahrung schildert. Danke <3

      Antworten

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